Qualitätssicherung im Asphaltbau durch innovative Thermoisolation

Der Straßenbau in Deutschland unterliegt strengen Qualitätskriterien, die eine langlebige und tragfähige Infrastruktur gewährleisten sollen. Ein zentraler Aspekt hierbei ist der temperaturgeführte Transport von Asphaltmischgut.

Seit der Einführung des Rundschreibens RS 10/2013 durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), heute BMVI, haben sich die Rahmenbedingungen für Transportunternehmen und Bauflotten massiv verändert. Es geht hierbei um weit mehr als nur das Warmhalten einer Ladung. Es geht um physikalische Notwendigkeiten, chemische Prozesse im Bindemittel und die langfristige Beständigkeit unserer Straßen. Wir bei Fliegl Baukom verstehen diese Herausforderungen und bieten mit dem ASW Stone LKW Thermo eine technische Lösung, die diese Vorgaben weit übertrifft und Ihnen im täglichen Einsatz echte Vorteile verschafft.

 

Die physikalischen Grundlagen der Thermoisolation

Das genannte Rundschreiben definiert klare Grenzwerte für die Thermoisolation von Transportmulden. Um eine ausreichende Isolierung sicherzustellen, fordert der Gesetzgeber einen Wärmedurchlasswiderstand, den sogenannten R-Wert, von mehr als 1,65 Quadratmeter Kelvin pro Watt bei 20 Grad Celsius. Dieser Wert ist entscheidend für die Beurteilung, wie gut ein Wand- oder Bodenaufbau den Wärmefluss hemmt. Je höher dieser Wert ausfällt, desto besser ist die Dämmwirkung der Mulde. Gleichzeitig muss das verwendete Dämmmaterial eine Temperaturbeständigkeit von 200 Grad Celsius aufweisen, um den heißen Asphalt ohne Materialermüdung oder Schäden aufnehmen zu können.

Wir haben diese Vorgaben nicht nur erfüllt. Wir haben sie als Basis genommen, um eine Isolierung zu entwickeln, die in der Praxis neue Maßstäbe setzt. Unser Material Fliegl Isotherm zeichnet sich durch einen Lambdawert von unter 0,028 aus. Daraus resultiert ein R-Wert von 2,5. Vergleicht man dies mit dem geforderten Wert von 1,65, wird deutlich, dass wir hier eine Sicherheitsreserve bieten, die Ihnen auf der Baustelle zugutekommt. Dies entspricht einem K-Wert von 0,4, wobei hier gilt, dass ein kleinerer Wert eine bessere Dämmfähigkeit bedeutet.

 

Warum Abdeckung mehr ist als nur Temperaturschutz

In der Praxis wird die Abdeckung des Mischguts oft primär unter dem Aspekt des Temperaturverlustes betrachtet. Viele Anwender sind der Meinung, dass bei kurzen Transportstrecken oder hohen Außentemperaturen der Wärmeverlust vernachlässigbar sei. Diese Annahme greift jedoch zu kurz und ignoriert eine wesentliche Gefahr für die Qualität des Asphalts. Es geht um die Bindemitteloxidation.

Wenn Fahrtwind auf das lockere und hohlraumreiche Mischgut trifft, wird diesem Sauerstoff zugeführt. Dieser Prozess führt zu einer Schädigung des Bindemittels. Die Konsequenz ist gravierend, da die Klebekraft des Bitumens verloren geht. Ohne diese Klebekraft kann kein dauerhafter Kornverbund gewährleistet werden, was später zu Schäden an der Fahrbahndecke führt. Eine winddichte Abdeckung ist daher zwingend erforderlich.

Bei Bestandsfahrzeugen genügt oft eine nachträgliche Isolation der Seitenflächen sowie der Stirn- und Rückwand als Übergangslösung. Zusätzlich muss eine Abdeckeinrichtung vorhanden sein, beispielsweise Planen auf Silikon- oder Polyurethan-Basis oder eine klappbare Vorrichtung. Diese Maßnahmen minimieren Temperaturverluste während des Transports und bei Wartezeiten.

 

Der ASW Stone LKW Thermo im Detail

Mit dem ASW Stone LKW Thermo bieten wir ein Fahrzeugkonzept an, das speziell für diese Anforderungen entwickelt wurde. Ab dem Jahr 2015 wurden Thermofahrzeuge im Bundesfernstraßenbau vorgeschrieben, und seit 2019 gilt dies für alle neuen Asphaltflächen. Unser Fahrzeugkonzept integriert die Dämmung vollständig in den Aufbau. Mulde, Boden, Front und Heck sind lückenlos gedämmt.

Das Herzstück der Isolierung bildet das bereits erwähnte Fliegl Isotherm. Dieses leichte Material wird auf die Außenseiten der Mulde aufgebracht und verkleidet diese komplett. Ein entscheidender Vorteil dieses Materials ist seine absolute Feuchtigkeitsresistenz. Es saugt kein Wasser. Das ist im rauen Baustellenalltag von enormer Bedeutung, da feuchte Dämmung ihre Isolierwirkung verliert und das Leergewicht des Fahrzeugs unnötig erhöht. Zudem ist das Material stoß- und rüttelfest sowie formstabil, selbst im Dauereinsatz bei Temperaturen von über 200 Grad Celsius.

Die Seitenwände sind bis zu 70 Millimeter stark gedämmt, während der Muldenboden eine Isolierung von bis zu 120 Millimetern aufweist. Diese massive Dämmung sorgt dafür, dass das Mischgut auch bei längeren Standzeiten oder Transportwegen seine Einbautemperatur behält.

 

Der Vorteil der Abschiebetechnik

Ein signifikantes Unterscheidungsmerkmal unseres Systems gegenüber herkömmlichen Kippmulden ist die Abschiebetechnik. Bei einem klassischen Kipper muss die Plane zum Abladen geöffnet werden. Dadurch entweicht Wärme, und das Mischgut kühlt schneller aus. Bei unseren Abschiebefahrzeugen bleibt die Thermoplane auch während des Abladevorgangs geschlossen.

Das Mischgut wird durch die Schiebewand aus der Mulde gedrückt. Dies minimiert die Temperaturverluste erheblich. Die Fahrt zur Mischanlage kann anschließend mit geschlossener Plane erfolgen. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass das neue Mischgut auf eine bereits vorgewärmte Mulde trifft. Dieser thermische Kreislauf trägt wesentlich zur Qualitätssicherung bei und sorgt für ein gleichmäßiges Temperaturprofil im Asphalt.

Die verbaute Thermo-Push-Schiebeeinheit Typ 2000 A und der Schiebeboden bestehen aus hochverschleißfestem Stahl der Güte 400 bis 450 HB. Der Abstreifer ist ebenfalls verschleißfest und hitzebeständig ausgelegt, um den hohen Belastungen durch den heißen und abrasiven Asphalt standzuhalten.

 

Prozesssicherheit und Steuerung

Neben der reinen Isolationsleistung spielen die Bedienbarkeit und die Prozesssicherheit eine große Rolle. Der ASW Stone LKW Thermo ist mit einer ProSave-Steuerung ausgestattet, die über eine Funkfernbedienung bedient wird. Diese Steuerung beinhaltet Sicherheitsfeatures, die Fehlbedienungen verhindern. So ist das Schließen der Rückwand erst möglich, wenn sich der Schiebeboden in der korrekten Beladeposition befindet. Eine Totmannschaltung für die Teilentladung sorgt für zusätzliche Sicherheit beim Dosieren des Materials.

Die hydraulische Rückwand ist zweiteilig ausgeführt, und Zentrierbleche sorgen für einen reibungslosen Fertigerbetrieb. Für die Überwachung der Temperatur sind vier mechanische Temperaturanzeigen an den Seitenwänden angebracht. Diese entsprechen den Vorgaben des ARS Thermofahrzeuge 10/013 und ermöglichen das direkte Ablesen der Asphaltmischguttemperatur in den vier Eckpunkten der Transportmulde. Dies gibt dem Polier und dem Fahrer jederzeit Gewissheit über den Zustand der Ladung.

 

Technische Spezifikationen im Überblick

Um Ihnen einen detaillierten Einblick in die Leistungsfähigkeit des ASW Stone LKW Thermo zu geben, haben wir die wichtigsten technischen Daten für Sie zusammengefasst. Diese Werte belegen die robuste Bauweise und die konsequente Ausrichtung auf den schweren Baustelleneinsatz.

  • Muldenabmessungen ca. 5230 mm x 2370 mm x 1150 mm
  • Material aus hochverschleißfestem Stahl 400-450 HB
  • Bodenblechstärke 5 mm
  • Seitenwandstärke 4 mm
  • Thermo Push Schiebeeinheit Typ 2000 A in Novagrau
  • Schiebewand Typ 1100 - 1000 A
  • Standard-Lackierung Aufbau in RAL 7035 Lichtgrau
  • Universal-Hilfsrahmen
  • Hydraulikanlage für kupplungsunabhängigen Nebenantrieb
  • Elektroventil 24 Volt NG 10 und Pumpe mit Bypassventil
  • Thermo Schiebeverdeck Typ Cabriole-ADR mit elektrischem Antrieb
  • TÜV / Dekra Abnahme für Deutschland

 

Wirtschaftlichkeit durch Langlebigkeit

Die Investition in einen ASW Stone LKW Thermo zahlt sich langfristig aus. Die robuste Bauweise mit hochverschleißfesten Stählen garantiert eine lange Lebensdauer der Mulde, selbst bei intensivem Einsatz mit abrasivem Gestein oder Asphalt. Die Unempfindlichkeit der Fliegl Isotherm Dämmung gegenüber Feuchtigkeit verhindert Korrosion unter der Verkleidung und erhält den Isolierwert über die gesamte Nutzungsdauer des Fahrzeugs.

Sie profitieren zudem von der Flexibilität der Abschiebetechnik. Während reine Thermokippmulden oft auf den Asphalteinsatz beschränkt sind, bietet das Abschiebesystem Vorteile in niedrigen Hallen, unter Brücken oder im Tunnelbau, da keine Höhe durch das Aufkippen benötigt wird. Dies erweitert das Einsatzspektrum Ihres Fuhrparks erheblich und sorgt für eine bessere Auslastung der Fahrzeuge.

 

Beratung für Ihren Fuhrpark

Die Anforderungen an den Straßenbau werden auch in Zukunft hoch bleiben. Mit dem ASW Stone LKW Thermo entscheiden Sie sich für ein System, das die gesetzlichen Vorgaben sicher erfüllt und Ihnen im täglichen Betrieb durch seine praktische Handhabung Arbeit abnimmt. Wir legen großen Wert darauf, dass Sie genau das Fahrzeug erhalten, das zu Ihrem Anforderungsprofil passt.

Gerne erläutern wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch, wie sich die technischen Details unserer Thermofahrzeuge in Ihre bestehende Flotte integrieren lassen. Wir analysieren gemeinsam Ihren Bedarf und konfigurieren die optimale Lösung für Ihre Transportaufgaben im Asphaltbau.

Lassen Sie uns über Ihre Projekte sprechen. Kontaktieren Sie unser Vertriebsteam für eine individuelle Beratung.

 

 

Fazit zur Thermoisolation

Die Einhaltung der Temperaturvorgaben ist kein notwendiges Übel, sondern ein Qualitätsmerkmal Ihrer Arbeit. Mit der richtigen Technik wird aus der gesetzlichen Pflicht ein Wettbewerbsvorteil. Eine Mulde, die die Wärme hält, das Bindemittel schützt und sicher entlädt, ist die Basis für Straßen, die halten. Fliegl Baukom steht Ihnen hierbei als Partner zur Seite, der die Praxis versteht und Technik liefert, die funktioniert.

Informieren Sie sich weiter über unsere Lösungen für den Straßenbau und entdecken Sie, wie wir Sie bei der Erfüllung höchster Qualitätsstandards unterstützen können.