Asphaltproduktion in Deutschland auf Rekordtiefstand: Was bedeutet das für Transport und Fuhrpark?

Die Asphaltproduktion 2025 sank laut Deutschem Asphaltverband um rund 10 Prozent auf einen historischen Tiefstand. Was das für Transport und Fuhrpark bedeutet.

Der Deutsche Asphaltverband beziffert die Asphaltproduktion in Deutschland für 2025 auf rund 34 Millionen Tonnen. Gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr entspricht das einem Rückgang von etwa zehn Prozent und damit dem niedrigsten Wert der bundesdeutschen Statistik. Für Bauunternehmen und Vergabestellen ist das eine Zahl mit unmittelbarer wirtschaftlicher Wirkung, denn eine sinkende Asphaltproduktion verschiebt die Rechnung entlang der gesamten Lieferkette.

 

Der Rückgang der Asphaltproduktion reicht über eine schwache Konjunktur hinaus

DAV Präsident Oliver Nohse stellte die vorläufigen Zahlen Ende Februar auf den 23. Deutschen Asphalttagen in Berchtesgaden vor. Endgültig bestätigt sind sie noch nicht, doch die Tendenz gilt als gesichert. Wie stark der Rückgang der Asphaltproduktion ausfällt, unterscheidet sich von Region zu Region deutlich. Manche Bundesländer verzeichnen spürbar geringere Einbußen als andere, was auf unterschiedliche Vergabepraxis und Haushaltslagen der Länder zurückzuführen ist.

 

Politische Verzögerung statt fehlender Nachfrage

Die Ursachen liegen weniger in der grundsätzlichen Nachfrage als in der Haushaltsführung des Bundes. Das Sondervermögen Infrastruktur hatte zu Jahresbeginn Hoffnung auf zusätzliche Aufträge geweckt. Innerhalb der Regierung zogen sich die Abstimmungen jedoch so lange hin, dass der Bundeshaushalt 2025 erst Ende September verabschiedet wurde, so spät wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. In der Folge griff über Monate die vorläufige Haushaltsführung, die neue Ausschreibungen erheblich bremste. Die Autobahn GmbH schrieb über den Sommer keine neuen Projekte aus, bei der Deges zeigte sich ein ähnliches Bild. Viele Betriebe hielten ihre Fachkräfte nur über Kurzarbeit und den Abbau von Überstunden im eigenen Unternehmen, statt sie an andere Branchen zu verlieren.

 

Wenn das Mischgut knapper wird, zählt jede eingebaute Tonne

Mit sinkender Produktionsmenge verändert sich auch die wirtschaftliche Logik für Fuhrparks im Asphalttransport. Bei hohem Ausstoß lässt sich ein gewisser Verlust an Material oder Temperatur während des Transports über die Menge kompensieren. Sinkt die verfügbare Tonnage, wiegt jeder Verlust schwerer, weil er sich nicht mehr über ein großes Auftragsvolumen verteilen lässt.

Zwei Verlustarten sind in der Praxis besonders relevant. Die mechanische Entmischung entsteht, wenn grobkörnige Gesteinskörnung beim Kippen an den Rand der Mulde rollt und sich ungleichmäßig auf der Fahrbahn verteilt. Die thermische Entmischung entsteht, wenn Randbereiche der Ladung schneller auskühlen als der Kern, etwa an offenen Muldenwänden oder bei längeren Wartezeiten auf der Baustelle. Sinkt die Einbautemperatur unter die für das jeweilige Bindemittel kritische Schwelle, lässt sich der geforderte Verdichtungsgrad nur noch mit deutlich höherem Walzaufwand erreichen, wenn überhaupt. Nacharbeiten oder Rückbau kosten in einem Markt mit knapperem Mischgut unverhältnismäßig mehr, weil das benötigte Material schwerer nachzubeschaffen ist als in Jahren mit hoher Produktionsauslastung.

Für den Fuhrpark bedeutet das eine klare Priorität. Systeme, die Temperatur und Materialstruktur während des Transports konstant halten, wirken sich direkter auf die Wirtschaftlichkeit aus als reine Ladekapazität. Die Abschiebetechnik von Fliegl folgt diesem Prinzip. Beim ASW Stone LKW Thermo verhindert die durchgehende Isolierung von Mulde, Boden, Front und Heck, dass Randzonen der Ladung schneller auskühlen als der Kern. Das dosierte Ausschieben statt Kippen vermeidet zudem die mechanische Entmischung, die beim klassischen Kippvorgang kaum zu verhindern ist. Beides zusammen verlängert das nutzbare Zeitfenster für den Einbau, was sich bei längeren Transportwegen oder unvorhersehbaren Wartezeiten auf der Baustelle unmittelbar in Einbauqualität niederschlägt.

 

Was das für Investitionsentscheidungen im Fuhrpark bedeutet

Wer jetzt über die Erneuerung oder Erweiterung seines Fuhrparks entscheidet, trifft diese Entscheidung in einem Marktumfeld mit rückläufiger Asphaltproduktion. Bei sinkender Gesamttonnage zählt nicht mehr allein, wie viel ein Fahrzeug transportieren kann, sondern wie wenig davon auf dem Weg zur Baustelle verloren geht. Hinzu kommt ein regulatorischer Zeitdruck, der die Investitionsplanung zusätzlich prägt. Die ZTV Asphalt StB 26 wird ab Januar 2027 verbindlich und stellt neue Anforderungen an die Prozesssicherheit im Asphalteinbau. Parallel dazu sinkt zum 1. Januar 2027 der Arbeitsplatzgrenzwert für Bitumendämpfe nach TRGS 900, was sich auf zulässige Einbautemperaturen und Arbeitsschutzmaßnahmen auswirkt. Beide Fristen fallen in eine Phase, in der Fuhrparks ohnehin überprüft werden sollten, weil das verfügbare Mischgut knapper und damit wertvoller wird.

Zentrale Fristen für die Fuhrparkplanung im Überblick.

  • ZTV Asphalt StB 26, verbindlich ab Januar 2027
  • Arbeitsplatzgrenzwert für Bitumendämpfe nach TRGS 900, gültig ab 1. Januar 2027
  • RAL GZ 808 als Gütesicherung für die Aufbereitung und Lagerung von Ausbauasphalt

 

Nachhaltigkeit bleibt trotz Rückgang ein Thema

Auch mit rückläufiger Produktionsmenge hält die Branche an ihren Zielen zur Wiederverwendung fest. Rund 90 Prozent des Ausbauasphalts werden bereits wiederverwendet, eine im Vergleich zu vielen anderen Materialkreisläufen hohe Quote. Mit dem RAL Gütezeichen für die Aufbereitung und Lagerung von Ausbauasphalt soll diese Quote weiter abgesichert werden. Für Fuhrparks bedeutet ein höherer Anteil an wiederverwendetem Material zugleich eine größere Bandbreite an Bindemitteleigenschaften in der Ladung, was die Anforderungen an eine gleichmäßige Temperaturführung während des Transports zusätzlich erhöht.

Wenn die verfügbare Tonnage sinkt, entscheidet der Umgang mit dem einzelnen Transportvorgang stärker über Qualität und Kosten als in Jahren mit hoher Produktionsauslastung. Wer seinen Fuhrpark jetzt auf verlustarmen Transport ausrichtet, ist auf die kommenden Regulierungsfristen ebenso vorbereitet wie auf ein Marktumfeld mit knapperem Mischgut. Mehr zu den technischen Details des ASW Stone LKW Thermo und seiner durchgehenden Isolierung finden Sie auf der Produktseite von Fliegl Baukom.