Abschiebetechnik im Steinbruch und Recycling auf der steinexpo 2026

Abschiebetechnik verändert den Schüttguttransport im Steinbruch und Recycling spürbar. Fliegl zeigte auf der steinexpo 2026, was moderne Systeme heute leisten.

Wer Abschiebetechnik ausschließlich mit dem Straßenbau verbindet, unterschätzt ihr Potenzial für den Schüttguttransport in Steinbrüchen und Recyclinganlagen. Gesprengtes Haufwerk, feuchtes RC-Material und steile Haldenränder stellen andere Anforderungen an ein Transportfahrzeug als der Asphalteinbau. Auf der steinexpo 2026 vom 2. bis 5. September im Basaltsteinbruch Nieder-Ofleiden hat sich gezeigt, wie Fliegl Baukom diese Anforderungen technisch löst.

 

Warum Steinbruch und Recycling andere Anforderungen stellen als der Straßenbau

Im Straßenbau geht es vor allem um Temperatur und Homogenität des Mischguts. In Gewinnungsbetrieben und Recyclinganlagen zählt etwas anderes. Hier wird grobes, scharfkantiges Material transportiert, das ein Fahrzeug mechanisch stark beansprucht. Gesprengtes Haufwerk aus dem Steinbruch bringt ein Schüttgewicht von rund 1,6 bis 1,8 Tonnen pro Kubikmeter mit sich, RC-Material aus dem Recycling schwankt je nach Fraktion und Feuchtigkeit erheblich. Ein Transportsystem, das im Straßenbau zuverlässig arbeitet, muss diese Belastung nicht zwangsläufig aushalten.

 

Materialeigenschaften entscheiden über Verschleiß und Nutzlast

Wer Fahrzeuge für Steinbruch und Recycling auslegt, sollte an erster Stelle die Muldenkonstruktion betrachten. Bodenbleche und Seitenwände aus Baustahl nutzen sich unter Blockschutt und Betonbruch schneller ab, als es viele Betreiber einkalkulieren. Aus diesem Grund arbeitet Fliegl Baukom bei seinen Schwergutlösungen mit hochverschleißfestem Stahl in einer Härte von 400 bis 450 HB. Das reduziert nicht nur den Materialabtrag, es schützt auch die Nutzlast, denn jedes Kilogramm zusätzlichen Aufbaugewichts geht direkt von der Zuladung ab. Gerade bei Fahrzeugen, die mehrmals täglich zwischen Abbaustelle und Aufbereitungsanlage pendeln, wirkt sich das über die Betriebsjahre deutlich auf die Wirtschaftlichkeit aus.

 

Kippsicherheit am Haldenrand und in steilem Gelände

Ein Aspekt wird in der Praxis häufig unterschätzt. Steinbrüche und Recyclinghöfe sind selten eben. Zufahrten in aktiven Abbausohlen, Haldenränder und provisorische Aufschüttungen verändern sich laufend, und genau dort muss ein beladenes Fahrzeug sicher entladen können. Klassische Kipper heben den Schwerpunkt beim Kippvorgang deutlich an, was auf unebenem oder abschüssigem Untergrund ein reales Kipprisiko erzeugt. Abschiebefahrzeuge behalten dagegen während des gesamten Entladevorgangs einen tiefen Schwerpunkt, weil das Material über einen hydraulischen Schiebeboden nach hinten ausgeschoben wird, statt die gesamte Mulde anzuheben. Das reduziert die Gefahrenzone spürbar und erlaubt auch dann ein sicheres Entladen, wenn der Untergrund nicht ideal verdichtet ist.

 

Vollständige Entleerung bei klebrigem und feuchtem Material

Recyclingmaterial bringt ein zweites Problem mit, das im Straßenbau kaum eine Rolle spielt. Feuchter Boden, Klärschlamm oder bindige RC-Fraktionen neigen dazu, sich an Muldenwänden festzusetzen und Materialbrücken zu bilden. Bei einem Kipper bleibt dieser Rest oft hängen, bis er manuell entfernt wird, was Standzeiten verursacht und die effektive Nutzlast über die Zeit verringert. Abschiebetechnik schiebt das Material aktiv aus der Mulde und erreicht dadurch auch bei zähem oder klebrigem Gut eine praktisch vollständige Entleerung. In Recyclingbetrieben, in denen Fahrzeuge oft mehrfach pro Schicht an derselben Annahmestelle entladen, verkürzt das die Entladezeit auf wenige Minuten und erhöht damit die Durchsatzkapazität an der Waage oder am Bunker.

 

ASW Stone Offroad Extra Strong für den Schwersteinsatz im Bergbau

Für den Extremeinsatz im Steinbruch und im Tagebau hat Fliegl Baukom den ASW Stone Offroad Extra Strong entwickelt. Das System ist auf Offroad-taugliche Fahrgestelle aufgebaut und für den innerbetrieblichen Materialtransport konzipiert, dort, wo öffentliche Straßenzulassung keine Rolle spielt und stattdessen Nutzlast und Robustheit zählen.

Technische Eckdaten ASW Stone Offroad Extra Strong

  • Muldenvolumen ca. 29 m³ gehäuft
  • Gesamtgewicht ca. 70 Tonnen, abhängig von Aufbau und Ausrüstung
  • Leergewicht ca. 20 Tonnen
  • Technische Nutzlast bis ca. 50.000 kg
  • Bodenblech 16 mm, Seitenwände 10 mm, Stahl 400 bis 450 HB
  • Geeignet für den Transport von gesprengtem Haufwerk
  • Schüttgewicht des transportierten Materials 1,6 bis 1,8 Tonnen pro m³

Eine Nutzlast von bis zu 50 Tonnen bei einem Leergewicht von nur rund 20 Tonnen zeigt, wie stark das Verhältnis von Eigengewicht zu Zuladung bei diesem System zugunsten des Betreibers ausfällt. Für Gewinnungsbetriebe, die Fahrzeuge über Jahre im Dauereinsatz an derselben Abbaustelle fahren, ist dieses Verhältnis ein wirtschaftlicher Faktor, der sich mit jeder Tonne Mehrladung pro Fahrt bemerkbar macht.

 

Schwergutkipper StoneMaster für mittlere Einsatzgrößen

Nicht jeder Betrieb benötigt ein Fahrzeug dieser Größenordnung. Für Baustoffrecycling, Erdbewegungen und den Materialtransport im Steinbruch bei mittleren Mengen bietet sich der Schwergutkipper StoneMaster an. Er kombiniert eine unterzugverstärkte Mulde, die auch Belastung durch Fels und Geröll standhält, mit einer hydraulisch gefederten Zugdeichsel für ruhigeren Fahrkomfort im Gelände.

Technische Eckdaten Schwergutkipper StoneMaster 252 Tandem

  • Muldenvolumen ca. 15 m³ gehäuft
  • Zulässiges Gesamtgewicht bis 22.000 kg nach StVZO
  • Technische Nutzlast im Gelände bis zu 25 Tonnen
  • Muldenboden und Seitenwände 6 mm, Stahl 400 bis 450 HB
  • Hydraulische Rückwand mit zusätzlicher Pendelfunktion
  • Automatisch lastabhängiger Bremskraftregler serienmäßig

Für Betriebe, die zwischen mehreren Standorten wechseln oder Material auf öffentlichen Straßen zwischen Steinbruch und Verarbeitungsanlage bewegen, ist der StoneMaster damit eine praktikable Ergänzung zum reinen Offroad-Einsatz.

 

Fliegl Baukom auf der steinexpo 2026

Vom 2. bis 5. September 2026 verwandelte sich Europas größter Basaltsteinbruch im hessischen Nieder-Ofleiden zum zwölften Mal in ein Messegelände. Die steinexpo hat Maschinen und Transportsysteme genau dort im Einsatz gezeigt, wo sie später auch arbeiten müssen, im aktiven Steinbruchbetrieb und nicht auf einer Hallenfläche. Für ein Transportsystem, das seine Vorteile gerade auf unebenem Gelände und bei grobem Schüttgut ausspielt, ist das ein passender Rahmen.

Wer sein Fuhrpark-Konzept für Steinbruch oder Recyclinganlage überdenkt, findet auf der Produktseite des ASW Stone Offroad Extra Strong die vollständigen technischen Daten sowie die Kontaktmöglichkeiten für eine individuelle Beratung. Ein Gespräch auf persönlicher Ebene bietet sich auch nach der steinexpo ebenfalls an, um die Systeme im praktischen Einsatz zu erleben, bevor eine Investitionsentscheidung ansteht.

ASW Stone Offroad Extra Strong auf fliegl-baukom.de